Eine Winterwanderin mit Sonnenbrille trägt Sonnencreme auf der Wange auf; im Hintergrund liegen verschneite Berge.

Sonnenschutz im Winter: Wann du ihn wirklich brauchst

Brauchst du Sonnencreme im Winter? Die Meinungen gehen weit auseinander: Manche cremen sich jeden Tag ein, andere packen den Sonnenschutz erst im Juli wieder aus. Die ehrliche Antwort aus der Apotheke liegt dazwischen und hängt vor allem davon ab, wo du deinen Winter verbringst.

Kurz gesagt: Im Alltag im deutschen Flachland ist die UV-Strahlung im Winter laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) so gering, dass du keinen Sonnenschutz brauchst. In den Bergen und im Schnee ist das ganz anders: Dort empfiehlt das BfS einen sehr hohen Lichtschutzfaktor (50+). Ab März kann der UV-Index auch im Flachland wieder Werte erreichen, bei denen Schutz sinnvoll ist.

Der UV-Index: dein Wegweiser

Wie stark die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung gerade ist, zeigt der UV-Index. Er wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt und ist international einheitlich. Die Faustregel: Ab einem UV-Index von 3 solltest du deine Haut schützen.

Den aktuellen Wert für deine Region findest du beim BfS oder in vielen Wetter-Apps. Leichte Bewölkung senkt den UV-Index übrigens kaum.

Sonnencreme im Winter: im Alltag meist nicht nötig

Im Winter steht die Sonne in Deutschland tief und scheint nur kurz. Der UV-Index bleibt deshalb im Flachland fast immer unter 3. Das BfS sagt dazu klar: Für den Alltag brauchst du im Winter keinen Sonnenschutz.

Das ändert sich mit dem Frühjahr. Laut BfS können schon ab März UV-Index-Werte von 3 erreicht werden. Gerade dann ist Vorsicht geboten, denn nach dem Winter ist die Haut weniger an die Sonne gewöhnt.

Und was ist mit der Hautalterung?

Manche Fachleute und Hersteller empfehlen, das ganze Jahr über täglich Sonnenschutz zu tragen, um lichtbedingte Hautalterung zu bremsen. Belastbare Studien dazu, ob täglicher Sonnenschutz bei niedrigem UV-Index im Winter einen messbaren Vorteil bringt, fehlen bislang. Unsere Einschätzung: Im Winteralltag ist das keine Pflicht. Wenn du eine Tagespflege mit Lichtschutzfaktor gern magst, spricht aber auch nichts dagegen.

In den Bergen und im Schnee: unbedingt schützen

Im Skiurlaub oder beim Winterwandern sieht die Sache völlig anders aus. Zwei Faktoren verstärken die UV-Strahlung:

  • Die Höhe: Mit zunehmender Höhe über dem Meeresspiegel nimmt die UV-Strahlung zu.
  • Der Schnee: Frisch gefallener Schnee reflektiert laut BfS bis zu 90 Prozent der UV-Strahlung. Die Strahlen treffen dich also von oben und von unten.

Viele unterschätzen das, weil es kalt ist. Die Temperatur sagt aber nichts über die UV-Strahlung aus.

Deine Checkliste für den Skiurlaub

  1. Sehr hoher Lichtschutzfaktor: Für Aufenthalte in großer Höhe und auf Schnee empfiehlt das BfS LSF 50+.
  2. Großzügig auftragen: Der Lichtschutzfaktor wird mit einer recht dicken Schicht gemessen. Wer zu dünn cremt, ist schlechter geschützt.
  3. Rechtzeitig und regelmäßig: Vor dem Rausgehen auftragen und im Laufe des Tages erneuern, wie es auf deinem Produkt angegeben ist.
  4. Lippen nicht vergessen: Sie haben kaum eigenes Pigment und brauchen einen Lippenschutz mit ausgewiesenem Lichtschutzfaktor.
  5. Augen schützen: Eine Sonnenbrille mit UV-Schutz gehört in den Schnee.
  6. Auch auf Fernreisen: Wer im Winter in die Sonne fliegt, packt den Sonnenschutz ein.

Und das Solarium als „Vorbräunung“? Davon rät das BfS dringend ab, denn es bedeutet nur zusätzliche UV-Belastung.

Wo kommt der Sonnenschutz in die Routine?

Morgens immer als letzter Schritt, also nach Serum und Creme. Lass die Pflege kurz einziehen, bevor du den Sonnenschutz aufträgst. Die ganze Reihenfolge findest du in unserem Artikel Hautpflege-Routine: die richtige Reihenfolge. Gerade in Kälte und Wind brauchen auch die Lippen Pflege, dazu mehr in Trockene Lippen: Was wirklich hilft.

Häufige Fragen

Brauche ich im Winter Sonnencreme?

Im Alltag im deutschen Flachland meist nicht, weil der UV-Index fast immer unter 3 bleibt. In den Bergen, im Schnee und auf Fernreisen dagegen unbedingt.

Welchen Lichtschutzfaktor brauche ich beim Skifahren?

Für Aufenthalte in großer Höhe und auf Schnee empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz einen sehr hohen Lichtschutzfaktor, also LSF 50+.

Kann man im Winter einen Sonnenbrand bekommen?

Ja, vor allem in den Bergen. Höhe und Schnee verstärken die UV-Strahlung deutlich, und die Haut ist nach den dunklen Monaten wenig an Sonne gewöhnt.

Was kommt zuerst, Sonnencreme oder Tagescreme?

Erst die Tagescreme, dann der Sonnenschutz. Er ist immer der letzte Schritt.

Ab wann brauche ich im Frühjahr wieder Sonnenschutz?

Laut BfS kann der UV-Index in Deutschland schon ab März Werte von 3 erreichen. Ab dann lohnt sich ein Blick auf den UV-Index.

Unsere Empfehlung aus der Apotheke

Für den Skiurlaub und Tage im Schnee empfehlen wir die Ceramol Sun Gesichts-Sonnencreme LSF 50+ mit UVA- und UVB-Filtern. Sie ist wasserfest, enthält kein Parfum und ist laut Hersteller für empfindliche Haut gedacht. Für unterwegs gibt es den Ceramol Sun Sonnenschutzstick LSF 50+, laut Hersteller sehr wasser- und schweißfest und für Gesicht und empfindliche Hautstellen geeignet.

Für den Alltag ab dem Frühjahr passt unser leichtes Hyaluron Schutzfluid LSF 50 als letzter Schritt der Morgenroutine und Make-up-Grundlage. Es enthält Parfum. Die ganze Sonnenschutz-Linie findest du unter Ceramol Sun.

Fragen zum richtigen Sonnenschutz? Schreib uns an info@spexarder-apotheke.de – unser Apothekenteam berät dich gern.

Über den Autor: Matthias Irrgang ist seit 20 Jahren Apotheker und leitet die Spexarder Apotheke in Gütersloh, die es seit 1977 gibt.

Quellen

  • Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): UV-Schutz, UV-Index und Sonnenschutz in den Bergen. bfs.de/uv
  • Pharmazeutische Zeitung: Auch im Winter braucht die Haut Schutz – manchmal.
  • Öko-Test: Täglich Sonnencreme – wie sinnvoll ist das im Winter?
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